Donnerstag, 1. April 2010
Mungo National Park:
Aber mal von Anfang an.
Als wir in Mildura waren war es bewölkt und sah nach Regen aus. Da der Nationalpark 100 km über Dirttracks von der nächsten Stadt entfernt liegt haben wir ein bischen gezögert.

Das Bureau of Metereology hat uns fuer die Region am Telefon dann ne 40% Chance auf Regen angekündigt und gesagt es müsse schon heftig regnen damit man mit den Straßen Probleme bekommt. Da wir nur zwei Tage bleiben wollten und Vorräte für ne Woche dabei hatten sind wir dann doch weitergefahren, auf der Dirtroad zum Horizont.

Um dann auch in der Mitte vom Nirgendwo anzukommen.

Auf dem Campingplatz waren wir dann auch fast alleine, nur diese Kollegen haben uns Heilig Abend Gesellschaft geleistet:

Und noch er mit seinen drei aufdringlichen Freunden:

Als Weihnachtsessen gab es dann ausnahmsweise keinen Truthahn sondern gebratenes Gemüse mit Couscous und einen Wein aus dem Safarikühlschrank.

Während wir den getrunken haben und ein bisschen durch die Wildnis um den Campingplatz herumgewandert sind überlegt Janna noch, dass es doch ganz nett wäre hier ein paar Tage festzustecken. Als die Abenddämmerung einsetzt und auch die ersten Tropfen fallen ändert sie ihre Meinung aber recht schnell wieder während wir zum Auto zurückeilen.
Die Nacht über regnet es so ein bisschen vor sich hin. Die Wege auf dem Campingplatz sind etwas weich, aber wir kommen ohne Probleme raus und schleichen mit Schotter verstärkten Wege entlang in den National Park.
Weil wir ganz früh und als einzige unterwegs sind sind wir wieder nicht alleine:

Wo ist Walter? Walter der Emu?

Etwas leichter zu sehen:

Irgendwann kommen wir dann doch am Ende der STraße an, wo die Selfguided Tour durch den National Park abzweigt.

Nach kurzem Zögern beschließen wir, dass die Straße auch weiterhin ganz gut aussieht und wir es einfach mal versuchen wollen die 50 km zum Visitors Centre zu fahren.
Nach ca. fünf Metern sage ich glaube ich zum ersten Mal:"Hmmm"
Nach zehn Metern dann:"Hmm ich weiss ja nicht"
Nach fünfzehn Metern: "Nee das gefällt mir nicht, das gefällt mir nicht."
Bin mir aber unschlüssig ob es eine gute Idee ist auf einer zur Seite geneigten matschigen STraße anzuhalten und fahre langsam weiter.
Nach ca. 20 Metern:"Scheiße." Das Auto beschließt trotz gegenlenken einfach zur rechten Seite von der STraße zu rutschen.

Great! Janna darf aussteigen und hat nach zwei Schritten Plateauschuhe und keinen Halt um irgendwie die Schaukelbewegungen zu unterstützen. Aber immerhin hat sie so Zeit ein Paar Bilder zu schießen während ich versuche mit dem Auto Vorwärts, rückwärts, vorwärts, rückwärts,... die 25 Meter zurückzuschaukeln.

Was dann mit Millimeterabstand an der Absperrung vorbei auch gelingt.

Selfguided Tour dann für uns doch erstmal nicht.

Wir treten lieber den Rückzug über die besser ausgebaute STraße an und machen ein paar kurze Walks nahe am Visitor Centre.
Einen kleinen Teil der "Walls of China" können wir auch so sehen:

Mittags kommt dann doch immer wieder mal die Sonne raus und wir fangen an zu überlegen ob wir es nicht doch noch einmal versuchen sollten. Aber die Aussicht darauf nochmal, vielleicht ein paar Kilometer weiter, stecken zu bleiben hält uns dann doch davon ab und wir fangen an über den Heimweg nachzudenken.
Glücklicherweise treffen wir dann doch erst noch auf die Rangerin. Als wir von unserem Erlebnis erzählen meint sie, sie wolle diese STraße checken und abfahren.
Als wir sie ca. 15 min später wiedersehen hält sie mit ihrem 4WD neben uns und meint, wir könnten hinter ihr herfahren, falls wir stecken bleiben sollten kann sie uns mit ihrer Winde wieder rausziehen. Wir müssten aber direkt hinter ihr bleiben.
Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und preschen mit für mein Gefühl etwas zu hohem Tempo für etwas zu schlechte STraßen hinter ihr her.
Da die STraßen bis zu den Walls of China aber schon kaum noch matschig sind und wir dann auch das Bett des ausgetrockneten Lake Mungo hinter uns haben, lassen wir uns zurückfallen und genießen das ganze ein bisschen mehr.

Außer großen Echsen:

Haben wir dann auch noch hässliche Echsen,

und einen Adler gesehen.

Da die Sonne inzwischen wieder die Oberhand gewonnen hatte konnten wir dann doch noch ein bisschen das richtige Outback-feeling genießen.

Und ich konnte den Versuch starten, zu Lukes "jonglieren in der namibischen Wüste"-Bild ein Konkurenz-Bild zu machen.
Haltungsnote: 3
Bühnenbild: 10

Dann gabs da noch die Überreste der Schafsfarmerhütte zu sehen:

Und hell wars auf einmal auch wieder.

Geht aber auch schöner.

Trotzdem hab dann sogar mal wieder meine Sonnenbrille aufgesetzt.

Das hat dieses Kalb auf dem Heimweg aber nicht sehr beeindruckt, das musste dann erst kurz überlegen ob es uns vorbeilassen will.

Sind dann aber, mit ner dicken Dreckkruste auf dem Auto, wieder in Mildura angekommen.
Da unser Host irgendwie nicht erreichbar war haben wir ihm kurzentschlossen ne Sms geschrieben und sind weiter richtung Grampians gefahren.

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